Wie gehen wir mit religiösen Vorstellungen und Gedanken um?

Wie können wir davon reden? Es gibt da keine
Dinge, die zu beschreiben und zu bezeichnen wären. Wir können, das ist jeder religiösen Sprache eigen, nichts sagen außer durch die spielerische, zuweilen fremde, aber sinnvolle Bildersprache, in der die menschliche Seele sich ausdrückt, wenn sie von verborgenen Dingen spricht. Wir reden dann von einem Berg oder einer Quelle, von Wind oder Regen, von Baum und Garten, vom Acker und von seiner Ernte. Wir reden von Gott als dem „Herrn“, als dem „Vater“ oder von seinem Geist als von dem, der uns eine „Botschaft“ überbringt. Das ist kein Zeichen unserer Naivität, wie es manchem scheinen mag, sondern die einzige Sprache, in der wir angemessen, vorsichtig genug und genau genug von dem reden können, was uns heilig ist.
Wir treten dabei in einen ähnlich bilderreichen Raum ein, einen ebenso wahren und stimmigen, wie es die Sprache der Liebenden ist oder die Sprache der Dichter.

Die Urkraft des Heiligen, Jörg Zink